Die Las Vegas Raiders empfangen kommende Nacht (02.20 Uhr dt. Zeit) beim Sunday Night Football Match die Kansas City Chiefs zum ersten wichtigen Showdown in der AFC West. Aus Sicht der Raiders ein Heimspiel, dass sie unbedingt gewinnen müssen, wenn sie ihre Chancen im Playoff-Kampf wahren wollen. Das Spiel wird unter anderem von DAZN live übertragen. Die Raiders stehen 5-3 und haben ein Spiel weniger als die Chiefs (5-4), mit einem Sieg können sie ihren Vorsprung auf den letztjährigen Super Bowl Finalisten komfortabel ausbauen. An dieser Stelle beleuchten wir das Nötigste, was ihr zu dieser Partie wissen müsst.

Wo kann ich das Spiel schauen?

Der Sunday Night Football Blockbuster wird in Deutschland unter anderem ab 02.20 Uhr (15.11.) live bei DAZN gezeigt. Freunde von ranNFL müssen sich noch etwas gedulden, da erst das Rückspiel (12.12., 19.00 Uhr) dort gezeigt wird.

Wie lief die Saison bei den Chiefs bisher?

Mit 5-4 stehen die Chiefs bei einem SPiel mehr derzeit noch hinter den Raiders. Das könnte sich allerdings schnell ändern, denn Kansas City hat zweimal in Folge gewonnen (13-7 gegen die Packers und 20-17 gegen die Giants) und ist als Super Bowl Contender und Finalist im letzten Jahr deutlich unter Druck geraten. Diverse Side-Stories gaben in den letzten Wochen den Ton an. Da wären die Auswüchse von Jackson Mahomes, Patricks Bruder zu nennen, sowie von Mahomes Freundin, die mehrmals an der Sideline unangenehm aufgefallen sind. Zudem der offensichtliche Ärger mit den eigenen Fans. Nachdem die Chiefs in den Vorjahren kaum verloren haben, scheint "ChiefsKingdom" sichtlich angefressen zu sein. Sogar Tyrann Mathieu legte sich mit ihnen an - und entschuldigte sich danach. Dennoch ist das Boulevard-Ringen nebensächlich. Die Chiefs sind gefährlich und wollen ihrerseits die Division dominieren. Gegen starke Teams hatten sie bisher allerdings das Nachsehen (Titans, Bills, Ravens, Chargers). Ich schätze die Chiefs deutlich schwächer ein als in den Vorjahren, vor allem, weil sich die Teams mittlerweile auf deren Offense eingestellt haben. Dennoch sind sie m.M.n. gegen die Raiders leichter Favorit.

Welche Schlüssel-Duelle werden wir sehen?

  • Raiders Pass Rush vs. Chiefs (halbe) O-Line: Die Chiefs sind für ihre starke Offense bekannt und trotz bisher 10 Interceptions von Patrick Mahomes darf man dieser Abteilung keinen freien Lauf lassen. Allerdings sind die Chiefs auch leicht geschwächt in einigen Schlüsselpositionen. So wird auf der rechten Seite der O-Line mit Andrew Wylie ein Spieler starten, der quasi den Ersatzmann ersetzt. Nachdem sich letztes Jahr die beiden RG/RT Starter Eric Fisher und Mitchell Schwartz verletzten und die O-Line leicht umgebildet wurde, starten dieses Jahr mit Lucas Niang und Mike Remmers zwei jüngere, unerfahrenere Spieler, die auch bisher mit 26 zugelassenen pressures in neun Spielen eine relativ schlechte Ausbeute haben. Und beide fallen nun auch gegen die Raiders aus, weswegen mit Wylie ein Spieler nachrückt, der ordentlich grün hinter den Ohren ist. Eigentlich ein gefundenes Fressen für unseren elite pass-rush um Crosby und Ngakoue. Bereits letztes Jahr hatten die Chiefs ordentlich Probleme, Crosby in den Griff zu bekommen, der es in zwei Spielen gegen sie auf 11 Pressures brachte und einen Sack holen konnte. In der Interior Line müssen die Raiders allerdings aufpassen, vor allem gegen den Lauf, denn die Chiefs verfügen hier über namhafte Spieler wie LT Orlando Brown, LG Joe Thuney, C Creed Humphrey oder RG Trey Smith.
  • Tyreek Hill und Travis Kelce vs. Raiders Coverage: Die Chiefs zaubern jedes Jahr neue Receiver aus dem Ärmel, die instant aus dem Nichts gute Yardzahlen produzieren. Das liegt an der multidimensionalen Offense und an Mahomes. Dieses Jahr ist das Byron Pringle, der schon 255 Yards bei 2 Touchdowns gefangen hat. Dennoch sind die Aufgabenfelder klar verteilt und drei Receiver bekommen dabei volle Aufmerksamkeit: Tyreek Hill, Travis Kelce und Mecole Hardman. Da auch noch RB Edwards-Helaire ausfällt, der im passing game immer recht verlässlich war, ist davon auszugehen, dass die Chiefs insbesondere Kelce und Hill anspielen werden. Beide sorgten in den letzten Jahren für traurige Gesichter bei Las Vegas. In den letzten drei Jahren gab es bei sechs Aufeinandertreffen nur ein Spiel, bei dem man beide unter jeweils 100 Yards halten konnte. In allen anderen Aufeinandertreffen hatte immer mindestens einer der beiden 100 Yards, in zwei der sechs Spiele hatten beide jeweils über 100. Gesamtausbeute der beiden an Touchdowns in den letzten drei Saisons gegen Vegas: 7! Kaum ein anderes Duo erzielt so häufig gegen die Raiders Punkte! Allerdings haben die Raiders mit Hayward und Hobbs, sowie hinten mit FS Moehrig mehr als solide Spieler. Sie zählen tatsächlich mit zu den besten der NFL. Grund genug für die Chiefs, die Raiders nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
  • Josh Jacobs/Kenyan Drake vs. Chiefs rushing D: Die Chiefs geben im Schnitt 4,7 Yards pro Laufversuch ab. Eine miese Statistik. Die Raiders hingegen haben erst letzte Woche ihre Möglichkeiten im Laufspiel etwas erweitert, nachdem die Vorwochen mehr als frustrierend für Jacobs und Drake liefen. Wenn die Raiders ihnen mehr Carries geben, wird das Räume öffnen, die schwache Secondary anzugreifen.

Was sind die Schlüssel zum Erfolg für die Raiders?

  • Druck auf Mahomes aufbauen: Die Raiders sind das mit Abstand beste Team, wenn es darum geht mit vier Front Defendern Druck zu erzeugen. Las Vegas nutzt relativ selten blitz packages und schafft es trotzdem die gegnerische Offense Line in Bewegung zu halten. Die meistens genutzte Cover 3 schafft in der Kombination mit schnellen D-Line first steps und druckvollem outside containment eine Situation, die Mahomes und Co. schwer zusetzen könnte. Immerhin kommen die meisten Teams gegen Kansas City mit fünf oder sechs Defendern in die Box. Cover 3 ohne Blitz sorgt für weitere Leute in der Raumdeckung, was insbesondere in der Mitte gegen Travis Kelce nützlich sein dürfte. Es wird dadurch auch häufiger möglich sein Tyreek Hill mit Doppeldeckungen zu versehen. Die Raiders Defense spielt heute nicht um jeden Meter, denn Mahomes und Co. haben immer noch alle Waffen für ihr dynamisches Offensivfeuerwerk. Aber es wird den Raiders einiges an Zeit verschaffen wiederum ihre eigene Offense einsetzen und die Chiefs auch bei 3rd Downs stoppen zu können.
  • Die anfällige Secondary schlagen: Die Chiefs zählen zu den eher schlechteren Teams was das Zulassen von gegnerischen Yards und Punkten anbelangt, in diesen Kategorien sind die auf Rang 26 und 25 in der gesamten Liga. Es wird für die Raiders essentiell, ihre Passempfänger hier einzubinden. Jackson muss hier schon als deep threat wirken, aber auch Edwards, der wohl die meiste Zeit gegen Rashad Fenton spielen wird, sowie Waller, der in den letzten Wochen etwas weniger angespielt wurde als zum Saisonauftakt, werden hier Verantwortung übernehmen müssen. Bis auf Mathieu verfügt die Chiefs Secondary lediglich über durchschnittliche Akteure. Thornhill, Sorensen, Fenton oder Sneed (questionable) sind keine großen Namen, um gegen eine zackige Raiders Offense etwas bewirken zu können.
  • Mehr Effizienz in der RedZone Offense: Die Raiders zählen in punkto red zone offense zu den schlechteren Teams der Liga, schafften in sieben Trips gegen die Giants keinen Touchdown. Wenn sie ihre Möglichkeiten hier besser nutzen und keine sinnlosen turnovers zulassen, steht einem high scoring game nichts mehr im Wege. Momentan belegen die Raiders Rang 27 in der Effizienz auf den letzten Metern vor der Endzone, womit sie sich seit Jahren eher verschlechtern (2019: 22. Platz, 2020: 23.). Es wird also Mittel und Wege brauchen, hier für eine Ausnahme zu sorgen.

Wer fällt aus/ ist verletzt?

Beide Teams können nahezu auf alle wichtigen Spieler zurückgreifen. Bei den Raiders fallen mit LB Nick Kwiatkowski und Safety Tyree Gillespie zwei Spieler aus, die vergleichsweise wenig eingesetzt wurden. CB Amik Robertson und CB Keison Nixon sind beide als fraglich gelistet. Leider wurde Treyvon Mullen immer noch nicht von der Injured Reserve aktiviert, weswegen die Raiders auf der Cornerback Position leicht unterbesetzt sind. Etwas schwerer wiegen die Ausfälle bei den Chiefs. Dort fehlen mit OL Mike Remmers und OL Lucas Niang zwei O-Line Starter. L'Jarius Sneed ist fraglich und RB Edwards-Helaire, sowie OL Kyle Long sind noch auf der IR. Insgesamt dürften die Ausfälle beider Teams aber kompensierbar sein.

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