Heute ist es mal an der Zeit, meine Top-25 aller All-Time-Raiders-Spieler zu listen. Sowohl diejenigen, die ich selbst gesehen habe, als auch diejenigen, die vor meiner Zeit dort spielten, von denen ich aber gehört hatte und im Nachhinein verfolgt habe. Aus meinem persönlichen Blickwinkel und ohne Gewähr auf Vollständigkeit natürlich, sowie frei von Kriterien. Einfach aus dem Bauch heraus. Wer waren in diesen über 20 Jahren „meine“ Charaktere und Lieblingsspieler? Wen habe ich abgefeiert und warum? Ein kleiner Auszug.

Mein erstes Football-Spiel, das ich je gesehen habe muss irgendwann Anfang der 90er gewesen sein. San Francisco 49ers vs Dallas Cowboys. Oder umgekehrt. Erinnere mich schon gar nicht mehr. Damals beeindruckten mich die Helme der Spieler und die Tatsache, dass mein Vater mir ein Sportbild Sonderheft mitgebracht hatte, in dem alle Mannschaften im US-Sport gelistet waren. In der NFL Sektion mit all diesen schönen Helmen. Knapp ein Jahrzehnt später stieg ich dann bei den Königsbrunn Ants ein und begann im Teenager-Alter selbst damit Football zu spielen. Bei dem Team, zu dem mich mein Vater bereits Anfang der Neunziger mitnahm. Meine Heimatstadt hatte damals eine Kaserne der US-Army, auf der jede Woche Football gespielt wurde. Die Liebe zum Sport war also damals schon da. Die Liebe zu den Silver&Black folgte aber erst ein paar Jahre später. Seit 2001 begleiten mich die Raiders, in die ich mich unweigerlich verliebte. Auch weil meine Freunde in der Line damals alle die Silver&Black gut fanden. Und: sie standen am Saisonende im Super Bowl. Hunderte Spieler begleiteten meine „Fan-Karriere“ und etliche davon werde ich nie vergessen. Rollen wir das Feld von hinten auf.

Honorable Mention: Willie Brown, Cliff Branch, Art Shell, Ken Stabler, Jim Plunkett, Tyvon Branch, Fred Biletnikoff, Dave Casper, Ronnie Lott uvm.

  1. Josh Jacobs

Ich wollte Josh Jacobs damals in der 1.Runde und zack, haben wir ihn gedraftet. Auch wenn Joshs 5th-Year-Option nicht gezogen wurde, so ist er für mich einer der dynamischsten Raiders der letzten Jahre. Und immer noch im Team. Jacobs kratzt am Top-Segment der NFL-RBs, was seine mehreren 1.000 Yard-Saisons zeigen. Josh rettete mich unzählige Male mit geilen Läufen und schönen 1st Downs vor dem Ausrasten, nachdem der Rest der Offense mal wieder am Rumplänkeln war. Danke dafür, Josh! Genial auch die Geschichte seiner College-Karriere: von den Talentsuchern komplett übersehen, hatte Jacobs keine einzige Division I Offer nach der High School und kam völlig überraschend ins Team von Nick Saban nach Alabama. Bis zu seinem Recruiting war man davon ausgegangen, dass irgendetwas Schlechtes übersehen worden sein musste. Die Scouts schauten sich Jacobs an – und fanden nichts. Daher nahmen sie ihn quasi gleich mit. Wahnsinn!

  1. Lincoln Kennedy

Ein schwerer Kerl und ein Bollwerk. Wow, was hatten die Raiders in ihrer Geschichte an krassen Linemen!? Kennedy spielte 119 Spiele für Oakland, seine Hochphase mit drei ProBowl-Selections hatte er genau in meiner Anfangszeit als Linespieler/Tight End. Ein böser Kerl.

  1. Stefen Wisniewski

Der Neffe des legendären Steve Wisniewski spielte von 2011-2014 bei den Raiders. Da ich den alten Wisniewski nicht mehr mitbekommen habe, füllte Steven die Lücke. Ich war traurig, als er mitsamt anderen Teilen einer gut funktionierenden Offense Line getradet wurde. Seinen Super Bowl Sieg mit den Eagles im Anschluss hat er seinen guten Leistungen in seinen Anfangsjahren zu verdanken. Kurios: in seinem ersten Raiders-Jahr wurde er von keinem geringeren trainiert als von seinem Onkel, der damals Offense Line Coach bei den Raiders war. Steve Wisniewskis acht Pro Bowls konnte er jedoch nie toppen.

  1. Rich Gannon

Rich Gannon war ein alter Recke, als ich ihn damals für die Raiders spielen sah. Er führte die Raiders in den Super Bowl 2001. Und scheiterte dort an Tampa Bay. Nach Gannon ging die Suche nach einem neuen Franchise QB los und erstreckte sich erfolglos über mehrere Jahre. Im Jahr nach der Super Bowl Niederlage waren die Raiders immer noch wettbewerbsfähig, Gannon erwarf 4.689 Yards, seine Karriere-Bestmarke. Er ist der einzige Spieler in der NFL Geschichte, der in zwei aufeinanderfolgenden Jahren zum Pro Bowl MVP gekührt wurde. Nach seiner Karriere wurde Gannon TV-Analyst bei CBS und arbeitet auch heute noch für den TV-Sender.

  1. Marcel Reece

Marcel Reece spielte für die Raiders auf drei verschiedenen Positionen. Seiner Stamm-Position Fullback, daneben als Tight End und auch als „ganz normaler“ Running Back. Versatility, heute in der NFL das A und O und Non-Plus-Ultra, hätte von ihm erfunden worden sein können. Zwischen 2012 und 2014 fing er erstaunliche 121 Pässe und in seiner Karriere holte er für die Raiders 15 Touchdowns. Dabei war Reece nie der Superstar, sondern immer under-the-radar. Seine grandiosen Führungs-Fähigkeiten machten ihn zu einem unverzichtbaren Teil des Locker Rooms und auch heute ist Reece noch in die Raiders involviert: als Senior Advisor unseres Owners Mark Davis. Keine kleine Rolle also, die ihm seit 2020 zukommt. Wenn man bedenkt dass Reece als Undrafted Free Agent seine NFL-Karriere begann, dürfte umso klarer sein, welchen Impact er auf Oakland/Vegas ausübte.

  1. Rod Woodson

Rod Woodson kam mit über 30 Jahren zu den Raiders, hatte vorher eine lange Karriere in Pittsburgh und Baltimore. In seinen zwei Jahren bei den Raiders sorgte er dennoch für Furore. In seinem ersten Jahr gelangen ihm acht Interceptions, zwei davon trug er für einen Pick-Six in die gegnerische Endzone zurück. Dies brachte ihm ein Pro Bowl Voting ein. Der Name Woodson bleibt für immer mit den Raiders verbunden, auch wenn Rod nicht der einzige Woodson im Raiders-Backfield war, der dafür verantwortlich war. Die Charles und Rod Woodson Kombo spielte ich dennoch unzählige Male bei Madden und beide stellen auf ewig Safe Islands für die Legacy der Silver&Black dar.

  1. Sebastian Janikowski

Sea-Bass war einer der wenigen in Polen gebürtigen NFL-Spieler. Heute würde seine Draft-Position für Furore sorgen. Die Raiders holten ihn im Jahr 2000 in der 1.Runde des NFL-Draft. Kein ungewöhnlicher Move damals für Al Davis, aber ein Schocker für viele anderen. Janikowski belohnte Davis‘ Eigenwilligkeit aber mit 17 Jahren im Team, in denen er 55 Fieldgoals über 50 Yards machte und in denen er zu einem der Top-Kicker der letzten Dekaden wurde. Insgesamt verwandelte er in seiner Karriere über 80% aller Kicks. Zudem gehört er zu den Millenium-Leaders, was Punkte für das Team betrifft. So oft wie er auf dem Feld stand auch kein Wunder. In einem Interview behauptete er zudem, dass sein längstes Fieldgoal über 82 Yards ging. Er habe dieses auf der High School gekickt. Zur Erinnerung: der NFL-Rekord liegt derzeit bei 64 Yards.

  1. Lester Hayes

Lester Hayes muss eine Legende gewesen sein. Neben ihm schafften es nur 11 weitere Spieler, in einem Jahr sowohl den Super Bowl zu gewinnen, Defensive MVP of the Year zu werden und in den Pro Bowl gewählt zu werden. Klangvolle Namen wie Mean Joe Greene oder Lawrence Taylor. Kein Wunder, denn Hayes hätte in modernen Tagen einen Spitznamen wie Hayes Island locker verdient gehabt. Die Bezeichnung Ball-Hawk könnte locker auf ihn zutreffen. 1980 fing Hayes sage und schreibe 13 Interceptions und führte das Team in den Super Bowl. Konstanz ebenfalls groß geschrieben bei ihm. 10 Jahre war er im Team, in der Hälfte aller Saisons brachte er es in den Pro Bowl. Ice Cube hat es in seinem Song Come and get it treffend formuliert: Lester Hayes picking it off!

  1. Bill Romanowski

Cowboy-Collar-Style! Aggression und physisches Spiel par Excellence. Genau mein Fall! Bill Romanowski prägte meine Anfangszeit als aktiver Footballer. Wegen ihm trug ich ebenfalls ein Collar, also einen Nackenschutz, der heute nicht mehr allzu häufig gesichtet wird, aber früher bei Linebackern oder Fullbacks fast zum Standard gehörte. Romanowski spielte zwar nur 19 Spiele für die Silver&Black, aber sein Hard-Hitting-Style bleibt (für mich) unvergessen. Leider wurde er auf seinem Karriere-Pfad einige Male mit Vorwürfen des Rassismus konfrontiert, was im Nachhinein den Schein etwas trübt. Ob dies allerdings wirklich der Fall war, wage ich zu bezweifeln. Romanowski war schlichtweg einer der unfairsten Dirty-Player der NFL-Geschichte. Unvergessen seine Konfrontation mit Marcus Williams 2003 im Training, als er zu jenem nach einem harten Tackling meinte: „Tu das nochmal und ich werde dich töten.“ Nach seiner Karriere kam es zu einem Skandal mit dem rezeptpflichtigen Steroid „The Clear“, in den Romanowski involviert war. Irgendwie spooky dieser Dude…

  1. Gene Upshaw

Gene Upshaw ist seit Längerem in der Hall of Fame und war vielleicht der beste Guard, der je in der NFL gespielt hatte. Zwei Super Bowls gewann er mit den Raiders (1976 und 1980), wurde sieben Mal in den Pro Bowl gewählt und ebenso in fünf All-Pro-Teams. Seine Spitznamen verdeutlichen, wo es hinging: Uptown Gene und Highway 63. Immer geradeaus quasi. Durch den Gegner hindurch. Immer und immer wieder, über drei Dekaden. Upshaw spielte nämlich in den 60ern, 70ern und 80ern, was insgesamt nur drei Spieler schafften. Überraschung: alle waren von den Raiders (Rice und Romanowski kommen hinzu). Nach seinem Tod 2008 traten alle NFL Spieler mit einem „GU 63“ Patch zu den Spielen an, denn eine Legende war gestorben. Upshaw zählt heute noch in vielen All-Time-NFL Rankings zu den 100 besten Spielern, die je gespielt haben. Wie Upshaw es selbst formulierte: Ready to get serious!

  1. Marcus Allen/Bo Jackson

Eine Doppelnennung hier. Allen UND Jackson wären wahrscheinlich in den Top-10 meiner Raiders- All-Time-Liste, wenn, ja wenn ich sie damals hätte spielen sehen. Die Geschichten, die ich im Nachhinein über sie gelesen und gehört habe, setzen dem noch die Krone auf und wenn man heute Tape von den beiden Jungs schaut, fühlt man ihre Präsenz allgegenwärtig und denkt sich, sie würden es sogar heute noch mit einigen Defendern aufnehmen können. Satte 2.314 Scrimmage Yards erlief Allen 1985 und erreichte in elf Jahren Raiders fünf Mal den Pro Bowl, gewann einmal den Super Bowl. Nicht minder gut steht es um Bo Jackson. Jackson ist für seine irren Cuts bekannt und sein Tempo, seine Speed-Aufnahme sind elitär. Er lief im Durchschnitt pro Lauf 5.4 Yards, was sich absolut sehen lassen kann. Talent-mäßig war er einer der besten der NFL, leider machte ihm eine Verletzung einen Strich durch die Rechnung. Jackson war ein All-Around-Talent und wurde neben der NFL noch in die MLB gedraftet, wo er u.a. für die Chicago White Sox spielte. Seinen Hass zogen die Tampa Bay Buccaneers auf sich, die laut ihm seine MLB-Karriere sabotieren wollten. Aufgrund dieser Annahme weigerte sich Jackson anschließend auch nur einen weiteren Snap für sie zu spielen. Was ein Glück für die Raiders!

  1. Darren Waller

Mit Darren Waller haben wir einen weiteren aktuellen Raider in den Top 25. Sein Ur-Großvater war ein Jazz-Musiker und das musikalische Talent färbte auch auf Darren über, der nebenbei HipHop-Songs produziert. Auf dem Feld war Waller lange Zeit ein Under-The-Radar-Spieler. 2015 von Baltimore gedraftet, verharrte er lange als Wide Receiver in den hinteren Reihen des Depth Chart, wurde von der NFL wegen Drogenmissbrauchs einige Spiele gesperrt. Seine Erfolgsgeschichte beginnt mit dem Wechsel zu den Raiders, bei denen er sich aus der Sucht heraus zurück kämpft und mittlerweile zu den Top-5 Tight Ends der Liga gehört. Er machte über vier Jahre nie mehr als 100 Saison Yards, als er dann bei den Raiders eine Chance bekam, folgten nach dem erfolglosen ersten Jahr zwei 1.000 Yard Seasons und heute wartet Waller auf eine Vertragsverlängerung. Er ist wahrscheinlich The Next One in the Line!

  1. Tim Brown

Brown spielte fast so lange Football für die Raiders, wie ich Fan bin. Gut, nicht ganz so lange, aber was erwartet ihr? 16 Jahre. Paaaam! Danke, Tim Brown! Wer sein Leib und Leben so lange an eine Franchise bindet, so verehrt werden. Dabei war Tim Brown sogar noch einer der besten Receiver ever in der NFL. Er führt die unendliche Raiders-interne Statistik der Wide Receiver in Yards, Receptions und Touchdowns an. Sein Single Season Reception Rekord wurde zwar erst letzte Saison von Hunter Renfrow geknackt, aber herrje, wen juckts!? Neun Mal war er im Pro Bowl. 2015 dann die Aufnahme in die Hall of Fame. Was für ein Spieler!

  1. Jack Tatum

The hardest hitter on the planet! Leider wurde Jack Tatum bekannt, als er bei einem Tackle 1978 im Spiel gegen New England den gegnerischen Receiver Darren Stingley paralysierte. Ein krasser Vorfall und fast einzigartig in der NFL-Geschichte. Tatum konnte sich, obwohl sein Gegenspieler ihm verziehen hatte, Jahre lang nicht von diesem Vorfall erholen. Dennoch ging er als Hard Hitter in die NFL-Geschichte ein und gewann 1976 mit den Raiders den Super Bowl und wurde in drei Pro Bowls gewählt. Die New York Times titelte: „A symbol of a violent game!“ Rapper Ice Cube ergänzte: Jack Tatum, a true outlaw. Neben Dick Butkus galt er für lange Zeit als härtester Hitter in the Business. Auch bekannt wurde Tatum durch The Immaculate Reception. Im Spiel gegen Pittsburgh hittete er Steelers Running Back John Fuqua, sodass der Ball meterhoch in die Hände von Steelers Franco Harris flog und dieser ihn in die Endzone trug. Das Play sorgte für Aufsehen, weil es Regeländerungen bzgl. dem Passspiel provozierte.

  1. Donald Penn

Donald Penn war jahrelang der Blind-Side-Protector bei den Raiders und startete zwischen 2014 und 2017 in 66 Spielen für Oakland und kam in zwei Pro Bowls, u.a. 2016 mit zwei anderen Raiders-O-Linern, Kelechi Osemele und Rodney Hudson. 2018 verlor er seinen Starting-Job an keinen geringeren als Kolton Miller, der ja bis heute sein Erbe zufriedenstellend antreten konnte. Im März letzten Jahres unterzeichnete Penn einen Ein-Tages-Vertrag bei den Raiders. Um in den Farben unseres Teams sein Karriere-Ende zu zelebrieren. Welch größere Liebesbekundung kann es eigentlich geben? Im April bekundete er sogar, gerne wieder Football spielen zu wollen. So wird es nicht kommen, aber dennoch: der Mann ist ein Wild Dog!

  1. Maxx Crosby

Hätte, hätte, Fahrradkette. Hätte ich 2019 schon meine Homepage gehabt, hättet ihr ein sattes A-Rating für den Draft von Mad Maxx Crosby gesehen. Mir war bei ihm von Anfang an klar: der Junge hat es drauf! Mein Pro Comparison für ihn war immer schon JJ Watt und mittlerweile sehen alle warum. Crosby ist auf dem Weg zu einem der erfolgreichsten Pass Rusher der Moderne. Natürlich gibt es noch die TJ Watts und die Bosas, aber Crosby kann locker mit ihnen competen. Bereits in seiner ersten Spielzeit vor drei Jahren brachte er es auf 10 Sacks und obwohl diese Statistik im letzten Jahr etwas nachgelassen hat (acht Sacks in 2021), übt er ständig Druck auf gegnerische QBs aus, was seine über 100 Hurries im letzten Jahr verdeutlichen. Die Raiders spielten die letzten Jahre meist mit einer 4-Man-Front und kaum mit Blitz. Daher umso beeindruckender die Konstanz Crosbys. Das hat auch das neue Regime erkannt und ihm instant einen 94 Mio. $ Vertrag als Belohnung gegeben. Crosby ist erst 24 Jahre alt. Manch andere Athleten kommen in diesem Alter erst in die NFL. Die Raiders haben mit ihm das Fundament für die Zukunft gelegt und in Kombination mit Chandler Jones ist sogar eine 15-Sack-Season in 2022 möglich.

  1. Hunter Renfrow

Ein weiterer Spieler aus dem aktuellen Kader. Renfrow bekam irgendwann den Spitznamen 3rd&Renfrow, wegen seiner Fähigkeit beim Dritten Versuch. 80% aller Pässe fing er letztes Jahr. Mr. Zuverlässig heißt bei mir nur noch All&Renfrow. In jedem Versuch gibt es bei ihm eine Garantie auf Big Play Potential und ich glaube er könnte locker in eine Kategorie mit Julian Edelmann fallen. Unvergessen sein Special Teams Play gegen die Chargers letztes Jahr, als er als Defender (letzter Mann) die Chargers stoppte und ihre Playoff-Hoffnungen zerstörte. Renfrow ist bereits einer der besten Slot Receiver der Liga, entwickelt sich aber stets weiter. Im Internet gibt es das bekannte Meme über ihn mit AJ Brown. Ein Vergleich zwischen einem muskulösen Stiernacken und dem netten Dude von nebenan. Daneben der Spruch: Guess who made more Receiving Yards? Absolut genial. Seine Leistungen wurden in dieser Off-Season gekrönt: mit einer 32 Mio. teuren Vertragsverlängerung. Weiter so, Hunter!

  1. Rodney Hudson

2019 unterzeichneten die Raiders eine 33 Mio. $ - Vertragsverlängerung für ihren Center Rodney Hudson, der bis dato geniale Saisons für sie spielte. Es war der größte Vertrag, der je an einen Center in der NFL ausgeschrieben wurde. Leider versaute die lapidare Herangehensweise Jon Grudens weitere erfolgreiche Jahre Hudsons in unserem Team. Die Zerstörung der O-Line war zu 100% ein Versäumnis Grudens und Hudson das Haupt-Opfer. Insgesamt dürfte er nämlich einer der besten Center des Milleniums gewesen sein. Seine drei Pro Bowl- Votings können das nur bestätigen.

  1. Darren McFadden

Eine kleine Überraschung hier. Obwohl McFadden einer der besseren Running Backs der letzten Jahrzehnte im Raiders-Kader war, konnte er seinen Vorschuss-Lorbeeren nie gerecht werden. Dies lag aber allen voran an seinen vielen Verletzungen. In seinen sieben Jahren in Oakland spielte er nur eine Saison komplett, in den meisten Jahren verpasste er mehrere Spiele. Seine beste Saison hatte er im dritten Jahr bei den Raiders, als er in 13 Spielen für 1157 Yards lief, weitere 507 im Pass-Spiel fing und 10 Touchdowns erzielte. Vom bloßen Spiel her war McFadden ein einziges Highlight-Reel. Seine Cutbacks führten zu konstanten Knöchel-Problemen bei gegnerischen Defendern und seine Speed-Aufnahme, sowie seine Yards After Contact suchten seinesgleichen. McFadden kam aus dem Football-Powerhouse Alabama. In der Vergangenheit hatte ich Sympathien für die Crimson Tide. Sein Draft dann dementsprechend Hoffnung einläutend. Ich habe immer an ihn geglaubt und er wäre ein ganz großer geworden – wenn nicht die vielen Injuries gekommen wären. Aufgrund derer er dann 2017 auch seine Karriere bei den Cowboys beendete.

  1. Warren Sapp

In meiner Football-Jugend spielte mein Team in einer Liga mit einer Mannschaft, die damals einen D-Liner hatte, der Nationalmannschafts-Tryouts mitgemacht hatte. Dementsprechend nervös waren wir in der Vorbereitung auf diese Mannschaft. Ähnlich Angst-erfüllt dürften die Vorbereitungen von NFL-Offenses auf Warren Sapp gewesen sein. In meiner Anfangszeit gab es für mehrere Jahre kein – und ich wiederhole, KEINEN Defensive Tackle, der mit solch brutaler Konstanz agierte wie Sapp. Weil Sapp mit Schuld am Super Bowl Loss der Raiders 2001 gegen Tampa Bay war, etablierte sich schnell eine Hassliebe, die solange hielt bis Sapp tatsächlich zu den Raiders wechselte. Fortan war er natürlich mein Liebling, denn mit solch einer Waffe lebt es sich unbeschwerlich. Sapp war seit jeher ein Trash Talker und legte sich sowohl mit gegnerischen Spielern (Jerome Bettis), Coaches (Mike Sherman), als auch regelmäßig mit Referees (Jerome Boger) an.  Dies brachte ihm das Image eines Bad Boy. Und von denen will natürlich jeder einen haben! Er konnte seine lockere Zunge aber stets durch Leistungen untermauern. Sapp ist einer von nur 12 Spielern, die gleichzeitig einen Super Bowl gewannen, Defensive Player of the Year wurden und in den Pro Bowl einzogen. Vorher gelang das nur Legenden wie u.a. Lawrence Taylor, Ray Lewis, Deion Sanders oder einem weiteren Raider: Lester Hayes!

  1. Khalil Mack

Auch wenn Khalil Macks Zeit bei den Raiders nur kurz war, bleibt er doch für immer einer meiner Lieblinge. 40.5 Sacks holte Mack in seinen vier Jahren in Oakland, bevor er von Jon Gruden & Co. zur Saison 2018 nach Chicago getradet wurde. Traurigkeit herrschte nicht nur bei einem seiner besten Freunde, QB Derek Carr, sondern auch in der Fanbase, die Gruden den Trade wohl bis heute nicht verziehen hat. In der diesjährigen Off-Season wechselte Mack zum Divisions-Konkurrenten LA Chargers. Das Wiedersehen steht also unter keinen guten Vorzeichen. Dennoch glaube ich fest daran: hätte Khalil die Wahl gehabt, er wäre heute wieder im schwarzen Trikot unterwegs!

  1. Derek Carr

Die Suche nach einem Franchise Quarterback dauerte mehrere Jahre. Verunglückte Versuche mit Projekten wie JaMarcus Russell oder Terrelle Pryor säumten die 2000er Jahre, bis ….. in der 2. Runde des NFL-Draft ein Newcomer von Fresno State gedraftet wurde – und sich bis heute etablieren konnte. Wer wären die Raiders ohne Derek Carr heute? Obwohl der Hater-Kreis nicht gerade klein ist, war Carr die einzige Konstante in den letzten Jahren. Und trotz mieser Teams konnte er seine Leistung halten und teilweise sogar verbessern. Nach der letzten Saison ist klar: Carr was the past and Carr is the future! Die meisten, die in den letzten Jahren dazugekommen sind assoziieren sein Gesicht mit den Raiders. Oder umgekehrt. Sollte Carr in seiner Karriere einen Super Bowl holen, würde er sich unsterblich machen! Er ist bereits der All-Time-Leader, was Yard-Zahlen bei den Raiders anbelangt, mit einem Championship wäre er der beste Raiders-QB aller Zeiten.

  1. Charles Woodson

Woodson, der erste und einzige defensive Heisman-Trophy Winner ever. Woodson, der Defender mit den meisten Defense-Touchdowns ever. Woodson, der Top-5 ranked Defender in Interceptions ever. Woodson, der neunmalige Pro Bowler. Woodson, der Super Bowl Sieger 2010. Woodson, der Mann, der zu den Raiders zurückgekommen ist, nachdem sie ihn gedraftet haben und er zwischenzeitlich eine Sieben-jährige Auszeit in Green Bay genommen hat. Woodson, einer meiner Raiders All-Time-Favorites. Der ehemalige Michigan Wolverine zählt zu den besten Defendern der Moderne und seine Erfolgliste ist schier endlos. Ich liste der Vollständigkeit halber noch weitere einschlägige Erfolge: Defensive Rookie of the Year 1998, Defensive Player of the Year 2009, 4x First Time All Pro, NFL 2000s All-Decade Team, Green Bay Packers Hall of Fame, Art Rooney Award, National Champion mit Michigan, Chuck Bednarik Trophy Winner, Jim Thorpe Award, sechs aufeinanderfolgende Saisons mit mindestens einem Defensiv-TD. Insgesamt über 1.100 Tackles, 65 Interceptions. Ich höre hier auf. Reicht ja auch locker, um es damit in die Top3 zu schaffen. Thank you, Sir Charles!

  1. Nnamdi Asomugha

Über Jahre dachte ich mir bei jedem Raiders-Spiel: Zumindest haben wir Nnamdi! Eine Absicherung gegen das totale Verderben. Eine Garantie gegen zu gute Statistiken der gegnerischen Receiver. Asomugha war all over the field. Und in seiner Hoch-Zeit wahrscheinlich einer der besten Cornerbacks des Milleniums. Ein genialer Press-Corner, der heute im Team von McDaniels wahrscheinlich noch eine Rolle finden würde. Satte neun Jahre spielte Nnamdi für Oakland, in denen er drei Mal in den Pro Bowl kam. 2008 fing er acht Interceptions, was eine Bestmarke für ihn darstellte. Auch neben dem Platz war der Native Californian eine Bank. Er organisiert seine eigene Stiftung für Waisenkinder. Zudem wurde er nach seiner Karriere im Filmbereich bekannt. Wie Donald Penn unterzeichnete er am Ende seiner Karriere einen Ein-Tages-Vertrag bei den Raiders. Symbolisch zwar. Aber: Ein wahrer Raider!

  1. Jerry Rice

Mein Top-Player ever! All-Time-Legend Jerry Rice. Mit massivem Impact auf meine Football-Karriere. Man kann fast sagen, dass Rice mit seinen kranken Catches dazu beigetragen hat, dass ich überhaupt Football-fasziniert wurde. Jerry Rice war DER Star der Neunziger, der Michael Jordan des Football. Obwohl er spät in seiner Karriere zu den Raiders kam und lange bei den 49ers spielte, genoss ich jede Sekunde mit ihm auf dem Feld. Er führte die Raiders mit 40 in den Super Bowl und stellte mit Tim Brown eines der besten Wide Receiver-Duos der Liga-Geschichte. Ich habe heute noch eine McFarlane-Figur von ihm im Zimmer stehen. Ein Überbleibsel meiner Jugend. Nur leider ohne Sockel. Mein erstes Football-Trikot war von Jerry Rice. Als ich von seinem Karriere-Ende hörte, musste ich weinen. Ihr versteht…Danke, Jerry Rice!

 

 

 

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